Richtig Prompten – worauf es ankommt

Prompts sind der Schlüssel zu guten Ergebnissen mit Microsoft Copilot. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Prompt ist, worauf es beim richtigen Prompten ankommt und wie Sie Copilot mit klaren Anweisungen im Berufsalltag – beispielsweise in der Kundenbetreuung oder im Vertrieb – gezielt einsetzen.

💡Das Wichtigste auf einen Blick

📌 Prompt = Anweisung: Ein Prompt ist die Eingabe oder Anweisung, mit der Sie Copilot eine Aufgabe geben.

📌 Je genauer, desto besser: Klare Ziele und eindeutige Formulierungen führen zu besseren Ergebnissen.

📌 Kontext hilft: Informationen zur Zielgruppe, zum Zweck und zum gewünschten Format verbessern die Antwort.

📌 Praxis-Tipp: Schrittweise optimieren. Verfeinern Sie Ihren Prompt, bis das Ergebnis Ihren Erwartungen entspricht.

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist die Eingabe, mit der eine Nutzerin oder ein Nutzer eine KI-Assistenz wie Copilot steuert. Ein Prompt beschreibt, welche Aufgabe die KI übernehmen soll: etwa einen Text entwerfen, Informationen zusammenfassen, Ideen strukturieren oder Formulierungen verbessern.

Je klarer ein Prompt ist, desto besser versteht die KI, welches Ergebnis erwartet wird. Prompts können unterschiedliche Formen haben.

Sie können zum Beispiel:

  • eine Frage sein („Wie funktioniert…?“)
  • eine Aufgabenstellung („Erstelle eine Zusammenfassung…“)
  • eine Rolle definieren („Du bist ein Experte für…“)

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Informationen auf einmal zu liefern. Oft reicht bereits eine präzise Beschreibung der Aufgabe, ergänzt um den gewünschten Kontext und das gewünschte Ergebnis. Weniger ist dabei häufig mehr – solange die Angaben eindeutig sind.

Warum sind gute Prompts so wichtig? Künstliche Intelligenz liefert nicht automatisch perfekte Ergebnisse. Die Qualität der Antwort hängt wesentlich davon ab, wie die Aufgabe formuliert wird. Bereits kleine Änderungen beim Prompting können dazu führen, dass Microsoft Copilot deutlich präzisere, verständlichere oder kreativere Ergebnisse liefert.

Unterscheidung: offene und geschlossene Prompts

Beim Prompting wird häufig zwischen offenen und geschlossenen Prompts unterschieden. Der Unterschied liegt darin, wie viel Spielraum die KI bei der Antwort hat. Offene Prompts lassen mehr Raum für Ideen und Varianten. Geschlossene Prompts zielen dagegen auf eine konkrete, klar eingegrenzte Antwort.

Was ist ein Prompt? Definition und Beispiele - Grafik

Ein offener Prompt eignet sich, wenn Ideen gesammelt, Perspektiven entwickelt oder kreative Vorschläge gebraucht werden. Ein geschlossener Prompt ist sinnvoll, wenn eine eindeutige Antwort, eine kurze Zusammenfassung oder ein bestimmtes Format erwartet wird.

Worauf kommt es beim richtigen Prompten an?

Beim richtigen Prompten kommt es vor allem auf Klarheit an. Ein guter Prompt beschreibt das Ziel, den Kontext und die gewünschte Form des Ergebnisses. Statt nur „Schreibe einen Text“ zu schreiben, ist es hilfreicher zu erklären, für wen der Text gedacht ist, welchen Zweck er erfüllen soll und welchen Ton er haben soll.

Ebenso hilfreich ist es, der KI zusätzliche Rahmenbedingungen mitzugeben. Dazu gehören beispielsweise die gewünschte Länge, die Sprache, das Ausgabeformat (z. B. Tabelle, Aufzählung oder Fließtext) oder Einschränkungen wie "maximal 100 Wörter". Dadurch lassen sich die Ergebnisse gezielt steuern und Nacharbeiten reduzieren.

Ein guter Prompt funktioniert deshalb wie eine kurze Aufgabenbeschreibung. Er gibt Orientierung, ohne jedes Detail vorzugeben. Dadurch kann Copilot schneller passende Entwürfe liefern. Die Qualität der Eingabe beeinflusst also direkt die Qualität des Ergebnisses.

 

Aufbau eines guten Prompts

Ein guter Prompt enthält idealerweise mehrere Bausteine: die Aufgabe, den Kontext, die Zielgruppe, den gewünschten Ton und das Format. Je nach Situation kann auch eine Rollenbeschreibung helfen, zum Beispiel: „Du bist ein Mitarbeiter im Kundenservice“ oder „Du bist Vertriebsexperte“.

Aufbau eines guten Prompts - Schaubild

🎯 Ziel
Beschreiben Sie zunächst, was Sie erreichen möchten und wobei Copilot Sie unterstützen soll. Soll eine E-Mail formuliert, eine Präsentation vorbereitet, eine Checkliste erstellt oder ein Dokument zusammengefasst werden? Ein klar formuliertes Ziel gibt Copilot die Richtung vor und bildet die Grundlage für die weitere Bearbeitung.

📝 Kontext
Erklären Sie anschließend den Hintergrund Ihrer Aufgabe. Worum geht es? Wer ist beteiligt? Welche Informationen sind bereits bekannt? Je besser Copilot den Zusammenhang versteht, desto passender und präziser kann die Antwort ausfallen. Auch die Zielgruppe gehört zum Kontext: Ein Text für Kundinnen und Kunden wird anders formuliert als eine interne Information für Mitarbeitende oder eine Präsentation für die Geschäftsleitung.

📂 Quelle
Teilen Sie Copilot mit, welche Informationen verwendet werden sollen. Das können beispielsweise Dokumente, Excel-Tabellen, E-Mails, Besprechungsnotizen, Webseiten oder andere Datenquellen sein. Arbeitet Copilot mit den richtigen Informationen, werden die Ergebnisse präziser und besser auf Ihre konkrete Aufgabe abgestimmt.

Erwartung
Beschreiben Sie möglichst genau, welches Ergebnis Sie sich wünschen. Je konkreter Sie Ihre Erwartungen formulieren, desto besser kann Copilot diese umsetzen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Stil und Ton: Soll der Text sachlich, freundlich, professionell, werbend oder locker formuliert sein?
  • Sprache: Soll das Ergebnis auf Deutsch oder Englisch erstellt werden oder leicht verständlich für Einsteiger sein?
  • Format: Möchten Sie einen Fließtext, eine Tabelle, eine Stichpunktliste, eine Checkliste oder eine Gliederung erhalten?
  • Umfang: Geben Sie bei Bedarf eine gewünschte Länge vor, beispielsweise „maximal 150 Wörter", „fünf Stichpunkte" oder „eine DIN-A4-Seite".

Je genauer Sie Ihre Erwartungen beschreiben, desto besser entspricht das Ergebnis Ihren Vorstellungen. Diese vier Bausteine machen aus einer allgemeinen Anfrage eine klare Arbeitsanweisung. Sie müssen dabei nicht jeden Punkt in jedem Prompt ausführlich beschreiben. Schon wenige zusätzliche Informationen helfen Copilot dabei, Ihre Aufgabe besser zu verstehen und qualitativ hochwertigere Ergebnisse zu liefern. Gerade bei komplexeren Aufgaben lohnt es sich jedoch, Ziel, Kontext, Quelle und Erwartung möglichst konkret zu formulieren.

Anwendungsbeispiele

Kundenbetreuung

  • Schwacher Prompt: „Antwort auf Kundenbeschwerde schreiben.“
  • Starker Prompt: „Du bist Mitarbeiter im Kundenservice. Formuliere eine freundliche und lösungsorientierte Antwort auf eine Beschwerde über eine verspätete Lieferung. Der Kunde ist verärgert, aber wichtig für das Unternehmen. Füge eine konkrete Lösung und einen kleinen Bonus, zum Beispiel einen Rabatt, hinzu. Maximal 120 Wörter.“

Vertrieb

  • Schwacher Prompt: Schreibe einen Verkaufstext für das Produkt xyz“
  • Starker Prompt: „Du bist Vertriebsexperte. Erstelle einen überzeugenden Verkaufstext für unser Produkt xyz. Zielgruppe sind kleine Unternehmen. Hebe die Vorteile Zeitersparnis, einfache Bedienung, und lange Garantiezeiten hervor. Der Text soll maximal 150 Wörter lang sein.“

Office

  • Schwacher Prompt: „Fasse das Meeting zusammen“
  • Starker Prompt: „Du bist Projektassistent. Fasse die Besprechungsnotizen in maximal zehn Stichpunkten zusammen. Hebe Entscheidungen, offene Aufgaben und Verantwortlichkeiten hervor und erstelle anschließend eine To-do-Liste.“

Microsoft Copilot nimmt Arbeit nicht einfach ab, aber er kann den Einstieg deutlich leichter machen. Wer klare Fragen stellt und die Ergebnisse bewusst prüft, bekommt schneller Struktur in Informationen, spart Zeit bei wiederkehrenden Aufgaben und gewinnt mehr Raum für die eigentliche fachliche Arbeit. Am stärksten ist Copilot dort, wo er als Unterstützung verstanden wird: nicht als Ersatz für eigenes Denken, sondern als Werkzeug, das gute Arbeit schneller in eine brauchbare Form bringt.

Häufige Fehler

Auch kleine Ungenauigkeiten können die Qualität der Antworten deutlich beeinflussen. Häufig liegt das nicht an Microsoft Copilot, sondern daran, dass wichtige Informationen im Prompt fehlen oder die Aufgabe nicht eindeutig formuliert ist. Wenn Sie die folgenden typischen Fehler vermeiden, erhalten Sie in der Regel schneller präzisere und besser nutzbare Ergebnisse.

  • Der Prompt ist zu allgemein.

  • Wichtige Informationen fehlen.

  • Die Zielgruppe wird nicht genannt.

  • Das gewünschte Ergebnis wird nicht beschrieben.

  • Mehrere Aufgaben werden gleichzeitig gestellt.

  • Es fehlen Vorgaben zu Länge oder Format.

Fazit

Ein guter Prompt muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, dass er klar, konkret und passend zur Aufgabe formuliert ist. Wer der KI Ziel, Kontext, Zielgruppe und gewünschtes Format mitgibt, erhält deutlich bessere Ergebnisse.

Kurz gesagt: Je präziser die Eingabe, desto hilfreicher die Antwort. Gute Prompts sparen Zeit, verbessern die Qualität der Ergebnisse und machen Copilot im Arbeitsalltag deutlich wirkungsvoller. Lesen Sie dazu auch unser Tutorial: KI im Büro - So unterstützt Sie Microsoft Copilot im Büroalltag.

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Ulrike Stammann, Trainerin Microsoft 365, Teams, SharePoint, CoPilot, MS Office

Autorin des Beitrags

Ulrike Stammann

Expertin für Microsoft 365, CoPilot, SharePoint & Co.

Trainerin und Coach für Microsoft 365.
Fokus auf SharePoint, Teams und Copilot – mit dem Ziel, diese Tools im Arbeitsalltag wirksam zu machen.
Ulrike sagt über sich selbst: "Ich arbeite praxisnah, strukturiert und an realen Use Cases orientiert. Dabei geht es nicht um Funktionswissen, sondern um nachhaltige Anwendung nach dem Training. Flexibilität ist ein zentrales Prinzip meiner Arbeit."

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