Aufbau eines guten Prompts
Ein guter Prompt enthält idealerweise mehrere Bausteine: die Aufgabe, den Kontext, die Zielgruppe, den gewünschten Ton und das Format. Je nach Situation kann auch eine Rollenbeschreibung helfen, zum Beispiel: „Du bist ein Mitarbeiter im Kundenservice“ oder „Du bist Vertriebsexperte“.

🎯 Ziel
Beschreiben Sie zunächst, was Sie erreichen möchten und wobei Copilot Sie unterstützen soll. Soll eine E-Mail formuliert, eine Präsentation vorbereitet, eine Checkliste erstellt oder ein Dokument zusammengefasst werden? Ein klar formuliertes Ziel gibt Copilot die Richtung vor und bildet die Grundlage für die weitere Bearbeitung.
📝 Kontext
Erklären Sie anschließend den Hintergrund Ihrer Aufgabe. Worum geht es? Wer ist beteiligt? Welche Informationen sind bereits bekannt? Je besser Copilot den Zusammenhang versteht, desto passender und präziser kann die Antwort ausfallen. Auch die Zielgruppe gehört zum Kontext: Ein Text für Kundinnen und Kunden wird anders formuliert als eine interne Information für Mitarbeitende oder eine Präsentation für die Geschäftsleitung.
📂 Quelle
Teilen Sie Copilot mit, welche Informationen verwendet werden sollen. Das können beispielsweise Dokumente, Excel-Tabellen, E-Mails, Besprechungsnotizen, Webseiten oder andere Datenquellen sein. Arbeitet Copilot mit den richtigen Informationen, werden die Ergebnisse präziser und besser auf Ihre konkrete Aufgabe abgestimmt.
✅ Erwartung
Beschreiben Sie möglichst genau, welches Ergebnis Sie sich wünschen. Je konkreter Sie Ihre Erwartungen formulieren, desto besser kann Copilot diese umsetzen. Dazu gehören beispielsweise:
- Stil und Ton: Soll der Text sachlich, freundlich, professionell, werbend oder locker formuliert sein?
- Sprache: Soll das Ergebnis auf Deutsch oder Englisch erstellt werden oder leicht verständlich für Einsteiger sein?
- Format: Möchten Sie einen Fließtext, eine Tabelle, eine Stichpunktliste, eine Checkliste oder eine Gliederung erhalten?
- Umfang: Geben Sie bei Bedarf eine gewünschte Länge vor, beispielsweise „maximal 150 Wörter", „fünf Stichpunkte" oder „eine DIN-A4-Seite".
Je genauer Sie Ihre Erwartungen beschreiben, desto besser entspricht das Ergebnis Ihren Vorstellungen. Diese vier Bausteine machen aus einer allgemeinen Anfrage eine klare Arbeitsanweisung. Sie müssen dabei nicht jeden Punkt in jedem Prompt ausführlich beschreiben. Schon wenige zusätzliche Informationen helfen Copilot dabei, Ihre Aufgabe besser zu verstehen und qualitativ hochwertigere Ergebnisse zu liefern. Gerade bei komplexeren Aufgaben lohnt es sich jedoch, Ziel, Kontext, Quelle und Erwartung möglichst konkret zu formulieren.
Anwendungsbeispiele
Kundenbetreuung
- Schwacher Prompt: „Antwort auf Kundenbeschwerde schreiben.“
- Starker Prompt: „Du bist Mitarbeiter im Kundenservice. Formuliere eine freundliche und lösungsorientierte Antwort auf eine Beschwerde über eine verspätete Lieferung. Der Kunde ist verärgert, aber wichtig für das Unternehmen. Füge eine konkrete Lösung und einen kleinen Bonus, zum Beispiel einen Rabatt, hinzu. Maximal 120 Wörter.“
Vertrieb
- Schwacher Prompt: Schreibe einen Verkaufstext für das Produkt xyz“
- Starker Prompt: „Du bist Vertriebsexperte. Erstelle einen überzeugenden Verkaufstext für unser Produkt xyz. Zielgruppe sind kleine Unternehmen. Hebe die Vorteile Zeitersparnis, einfache Bedienung, und lange Garantiezeiten hervor. Der Text soll maximal 150 Wörter lang sein.“
Office
- Schwacher Prompt: „Fasse das Meeting zusammen“
- Starker Prompt: „Du bist Projektassistent. Fasse die Besprechungsnotizen in maximal zehn Stichpunkten zusammen. Hebe Entscheidungen, offene Aufgaben und Verantwortlichkeiten hervor und erstelle anschließend eine To-do-Liste.“
Microsoft Copilot nimmt Arbeit nicht einfach ab, aber er kann den Einstieg deutlich leichter machen. Wer klare Fragen stellt und die Ergebnisse bewusst prüft, bekommt schneller Struktur in Informationen, spart Zeit bei wiederkehrenden Aufgaben und gewinnt mehr Raum für die eigentliche fachliche Arbeit. Am stärksten ist Copilot dort, wo er als Unterstützung verstanden wird: nicht als Ersatz für eigenes Denken, sondern als Werkzeug, das gute Arbeit schneller in eine brauchbare Form bringt.